Das Label IVY & OAK wurde im Mai vor zwei Jahren zunächst online gelauncht. Zum zweiten Geburtstag feierte Gründerin Caroline von Stieglitz mit ihrem Team und geladenen Gästen das Opening des ersten Stores in der Berliner Münzstraße. Ich war mit von der Partie, durfte Caroline interviewen und wollte wissen wie viel Slow Fashion steckt in Ivy & Oak?

IVY & OAK GRÜNDERIN CAROLINE VON STIEGLITZ IM INTERVIEW

An Ethical Journey: Wie ist die Idee zu Ivy & Oak entstanden?

Caroline: Ich glaube man kann sagen, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, denn IVY & OAK ist ein Kindheitstraum von mir. Die Idee zu einem eigenen Label ist entstanden, weil ich eine Marke machen wollte, die sich von Fast Fashion entfernt.

An Ethical Journey: Wie hat sich deine persönliche Veränderung bemerkbar gemacht?

Caroline: Das Leben verändert sich. Ich habe gemerkt, dass mein Kleiderschrank gar nicht mehr meinen Ansprüchen im Alltag entspricht. Alle paar Monate habe ich meinen Kleiderschrank aussortiert, weil kein Platz mehr war. Und dann habe ich alles aussortiert was super trendy war und alles was hängen geblieben ist, waren klassische Basics wie die weiße Bluse, die dunkelblaue Stoffhose oder ein qualitativ hochwertiger Blazer.

Wir schaffen Mode, die kurzweilige Trends überdauert und die sich nicht an einem Alter festmachen lässt.

An Ethical Journey: Klassische Kleidungsstücke, die sich gut kombinieren lassen?

Caroline: Genau. Und das ist auch das Konzept von IVY OAK. Wir schaffen Mode, die kurzweilige Trends überdauert und die sich nicht an einem Alter festmachen lässt. Wir haben Kundinnen von 25 bis 65 Jahren. Unsere Mode ist für alle Frauen und nicht für ein bestimme Alters- bzw. Zielgruppe.

An Ethical Journey: Wo produziert ihr eure Kleidung?

Caroline: Wir produzieren in Bulgarien, haben einen Supplier in Mazedonien und Strick lassen wir in Deutschland produzieren. Für Spitze und Druck arbeiten wir mit einem Lieferanten in China zusammen, welchen ich seit sehr, sehr langer Zeit kenne. Wir haben nur sehr wenig Lieferanten. Dadurch können wir auch garantieren, dass wir stets die Möglichkeit haben hinzufahren, um zu sehen: Wie wird die Ware produziert? Welche Fehler gibt es? Worauf müssen wir in Zukunft achten?

LANGLEBIGKEIT STATT WEGWERFPRODUKTION

An Ethical Journey:Euch gibt es jetzt seit zwei Jahren. Was würdest du sagen, wo erfüllt ihr schon total nachhaltige Kriterien?

Caroline: Die Strick-Kollektion ist GOTS zertifiziert und wird in einer nachhaltigen, deutschen Fabrik produziert. Ich glaube das Nachhaltigste vom Nachhaltigen ist, dass du ein Produkt machst, das kein Wegwerfprodukt ist. Ein Produkt das so gefertigt ist, dass es mehrere Jahre fester Bestandteil eines Kleiderschranks ist. Das ist das eine.

Das andere, wo wir unsere Stoffe her beziehen. Die Stofflieferanten, die wir nutzen sind zertifiziert und erfüllen sehr hohe Standards. Die meisten Marken haben mit ihren Stofflieferanten gar keinen Kontakt und produzieren durch einen Garment-Supplier. Dieser hat unter Umständen 200 Stofflieferanten. Da herrscht keine Transparenz. Und das wollen wir nicht. Wir wollen wissen: Wer ist unser Stofflieferant? Wo kommt unser Stoff, die Knöpfe, das Futter her? Und wo wird am Ende genäht und von wem? Ich bin der Ansicht wenn eine Marke da dran bleibt und sich selbst überwacht, dann ist dies ein ganz wesentlicher Punkt zur Nachhaltigkeit.

… wir wollen smart nachhaltig werden und nicht viel Geld in Unternehmen stecken, damit wir ein Zertifikat bekommen…

An Ethical Journey: Es gibt mittlerweile auch total viele verschiedene Siegel. Da ist es als Konsumentin ja auch ziemlich schwierig durchzusteigen oder?

Caroline: Wir betrachten die Einhaltung der Standards als Selbstverständlichkeit. Ich sehe das als Muss und glaube wir machen schon jetzt viele Dinge anders als andere Marken, weil es für uns außer Frage steht. Wir sind gerade in Kontakt mit der Fairwear-Foundation und möchten schauen, wie wir mit dieser zusammenarbeiten können.

Kleidung einfach mit einem Siegel zu versehen finde ich schwierig, denn wir wollen smart nachhaltig werden und nicht viel Geld in Unternehmen stecken, damit wir ein Zertifikat bekommen, welches mehrere tausend Euro im Jahr kostet und am Umsatz gemessen wird. Das heißt anteilig prozentual muss man dafür sehr viel Geld bezahlen. Und da vergüte ich lieber meine Mitarbeiter ein bisschen besser, mache ein besseres Produkt und investiere vielleicht auch ein wenig mehr für die Produktion. Ich bin davon überzeugt damit mehr zu verändern.

VON KUNDINNEN LERNEN

Ethical Journey: Wo wird die Reise mit Ivy & Oak künftig hingehen?

Caroline: Wir wollen noch viel mehr lernen auch von unseren Kundinnen. Die Marke ist auch aus einer Kundennachfrage entstanden. Wir haben gemerkt, da gibt es bislang wenig auf dem Markt. Wir wollen natürlich die Lieblingsmarke unserer Kundin werden. Ein weiteres großes Ziel von uns ist, dass wir vertikal weiterwachsen. Dass wir als IVY & OAK bekannter werden und als Marke einen Platz haben, der nachhaltig auf dem Markt bleibt. Wir wollen kein Kurzzeitphänomen sein. Und wenn es gut läuft, wird es sicher nicht bei einem Store bleiben.

An Ethical Journey: Danke Caro!


Fotos: © IVY & OAK

 

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